Buchvorstellung „Wie Europa Afrika unterentwickelte“ & Diskussion mit Bafta Sarbo
1973 wurde der postkoloniale Klassiker „Afrika. Die Geschichte einer Unterentwicklung“ von Walter Rodney auf Deutsch veröffentlicht. Der falsch übersetzte Titel verzerrte schon damals Rodneys zentrale These, nach der die „Unterentwicklung“ Afrikas nicht ohne Europa zu verstehen ist. Eine 2023 veröffentlichte Neuübersetzung hat diesen Fehler nun korrigiert und so Rodneys Grundaussage wieder deutlicher hervorgehoben.
Das Werk stellt sich gegen die verbreitete Überzeugung, dass Afrikas „Fehlentwicklung“ eine natürliche Eigenheit sei, die man mit Kultur oder Mentalität erklären könnte. Stattdessen macht es die bis heute anhaltende, imperialistische Ausbeutung des Kontinents verantwortlich. Sie mit dem Rassismus von Herrscher*innen ‚entwickelter‘ kapitalistischer Länder zu erklären, greift für Rodney zu kurz: Unterdrückung brauche Ausbeutung – und nicht umgekehrt. Damit macht er den Kolonialismus als Produkt des Kapitalismus erkennbar.
Das Buch „Wie Europa Afrika unterentwickelte“ wird uns Bafta Sarbo vorstellen. Die Berliner Sozialwissenschaftlerin hat dort ein Kapitel zum Leben und politischen Wirken Rodneys beigetragen. Sie ist in jüngster Vergangenheit vor allem durch ihren Sammelband „Die Diversität der Ausbeutung“ (2022, mit Eleonora Roldán Mendívil) oder den Beitrag „Marxismus, Sklaverei und Kapitalismus“ (2025, mit René Arnsburg in Eric Williams‘ „Kapitalismus und Sklaverei“) in Erscheinung getreten.
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Website: https://peterweisshaus.de/
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